Form 1099-DA 2026 erklärt: Bruttoerlöse, Kostenbasis und Steuerreport
Form 1099-DA meldet Erlöse aus bestimmten Digital-Asset-Veräußerungen eines Brokers an Empfänger und IRS. Das Formular ist aber keine fertige Gewinnberechnung und deckt nicht automatisch Staking, Mining, DeFi oder Transaktionen bei anderen Wallets ab. Besonders wichtig: Für Verkäufe des Jahres 2025 fehlt auf den 2026 zugestellten Formularen meist die Kostenbasis; ab Verkäufen 2026 wird die Basis nur für bestimmte Covered Securities verpflichtend.
Was ist Form 1099-DA?
Krypto-Steuerunterlagen vorbereiten
Importiere deine Transaktionen, prüfe offene Datenpunkte und erstelle deinen Steuerreport, ohne die vollständige Berechnung manuell in Tabellen aufzubauen.
Jetzt vorbereiten →Form 1099-DA heißt Digital Asset Proceeds From Broker Transactions. Ein meldepflichtiger Broker übermittelt damit Informationen zu bestimmten Verkäufen oder sonstigen Veräußerungen digitaler Assets an den Kunden und den Internal Revenue Service. Der IRS beschreibt das Formular ausdrücklich als Erlösformular: Es zeigt Bruttoerlöse und in bestimmten Fällen Kostenbasis-Informationen.
Es ist kein amerikanisches Gegenstück zu einer vollständigen europäischen Krypto-Steuerberechnung. Das Formular kennt nur die Vorgänge und Bestände, die der jeweilige Broker melden muss und sehen kann. Eigene Wallets, andere Börsen, frühere Anschaffungen, nicht vom Broker vermittelte DeFi-Vorgänge und gesonderte Einkünfte können fehlen.
Wichtig: Auch ohne Form 1099-DA müssen US-Steuerpflichtige ihre steuerpflichtigen Digital-Asset-Einkünfte, Gewinne und Verluste vollständig erklären.
Der korrekte Zeitplan für 2025 und 2026
| Transaktionsjahr | Broker-Meldung | Kostenbasis |
|---|---|---|
| 2025 | Bruttoerlöse aus erfassten Veräußerungen; Empfänger erhielten die neuen Statements erstmals 2026 | meist nicht verpflichtend; Steuerpflichtige müssen die Basis selbst ermitteln |
| 2026 und später | Bruttoerlöse bleiben meldepflichtig | verpflichtend für Covered Securities; bei Noncovered Securities grundsätzlich nicht verpflichtend |
Für Transaktionen des Kalenderjahres 2025 mussten Broker die Empfängerinformation nach IRS-Angaben bis zum 17. Februar 2026 bereitstellen. Das bedeutet nicht, dass das Formular schon Gewinne für 2026 enthält. Das Jahr auf dem Formular und das Zustelljahr dürfen nicht verwechselt werden.
Für Verkäufe nach 2025 erweitert sich die Meldung. Eine Covered Security ist für diese Regeln grundsätzlich ein nach 2025 erworbenes digitales Asset, das in einem vom Broker verwahrten Konto angeschafft wurde und dessen spätere Veräußerung der Broker melden muss. Bei übertragenen Altbeständen oder Assets, deren Basis der Broker nicht zuverlässig kennt, kann weiterhin eine Noncovered-Kennzeichnung und eine leere Basis vorkommen.
Wer muss Form 1099-DA ausstellen?
Für 2025 galten die Regeln nach IRS-Darstellung grundsätzlich für US-Broker, die Kundentransaktionen mit digitalen Assets vermitteln und dabei die relevanten Assets verwahren oder kontrollieren. Dazu gehören typischerweise bestimmte custodial exchanges, hosted wallet providers, Digital-Asset-Kioske und bestimmte Zahlungsabwickler. Ein reiner Self-Custody-Wallet-Anbieter, der keine Veräußerung als Broker ausführt, ist nicht allein wegen der Softwareoberfläche ein 1099-DA-Broker.
Auch nicht jede Aktivität auf einem meldepflichtigen Broker erzeugt Form 1099-DA. Der Schwerpunkt liegt auf Verkäufen und Veräußerungen. Staking-Rewards, Zinsen oder andere Zahlungen können – soweit überhaupt eine US-Informationsmeldung erforderlich ist – auf anderen Formularen erscheinen. Die pauschale Behauptung, 1099-DA enthalte „alle Trades, Staking-, Mining- und DeFi-Einkünfte“, ist falsch.
Ausländische Broker können außerhalb des amerikanischen 1099-DA-Pflichtbereichs liegen. Das entbindet eine US-steuerpflichtige Person nicht von ihrer eigenen Erklärungspflicht.
Welche Angaben enthält Form 1099-DA?
Je nach Jahr, Asset, Meldeverfahren und Covered-Status kann das Formular unter anderem enthalten:
- Name, Anschrift und Steueridentifikationsdaten von Broker und Empfänger,
- Bezeichnung und Anzahl des veräußerten digitalen Assets,
- Erwerbs- und Veräußerungsdatum, soweit meldepflichtig und bekannt,
- Bruttoerlös beziehungsweise Amount Realized,
- Kostenbasis, wenn sie gemeldet werden muss oder freiwillig gemeldet wird,
- Hinweise zu kurz- oder langfristiger Haltedauer und ordinary treatment,
- Kennzeichnung, ob die Basis an den IRS gemeldet wurde,
- Kennzeichnung als Noncovered Security oder für bestimmte Sonderfälle.
Bestimmte Qualifying Stablecoins und Specified NFTs können unter optionalen Meldeverfahren aggregiert werden. Dann können Erwerbsdatum, Basis und weitere Einzelfelder leer bleiben. Auch deshalb darf ein Nutzer nicht davon ausgehen, dass jede Zeile der eigenen Transaktionshistorie eins zu eins als separates, vollständig ausgefülltes Formular erscheint.
Warum die Kostenbasis oft fehlt
Für Verkäufe im Jahr 2025 begann die Pflicht mit dem Bruttoerlös. Der IRS weist ausdrücklich darauf hin, dass die meisten 2025er Statements keine Basis enthalten. Ein leerer Basiswert bedeutet daher nicht automatisch, dass die steuerliche Basis null Dollar beträgt.
Typische Gründe für eine fehlende oder unvollständige Basis sind:
- das Asset wurde vor 2026 erworben und ist für 1099-DA eine Noncovered Security,
- der Bestand wurde von einer anderen Börse oder Self-Custody-Wallet übertragen,
- der Broker kennt historische Anschaffungsgebühren oder frühere Swaps nicht,
- ein optionales Aggregatverfahren für Stablecoins oder NFTs wird verwendet,
- die vom Nutzer gewählte Lot-Zuordnung wurde dem Broker nicht rechtzeitig mitgeteilt.
Die steuerliche Basis muss aus Kaufpreis, zulässigen Anschaffungsnebenkosten, Transfers und gegebenenfalls früheren Einkommenswerten rekonstruiert werden. Die US-Steuerlogik darf eine unbekannte Basis nicht stillschweigend als bestätigte Null behandeln.
Form 1099-DA mit Form 8949 und Schedule D abstimmen
Capital-asset-Veräußerungen werden grundsätzlich in Form 8949 und anschließend zusammengefasst in Schedule D verarbeitet. Die Broker-Kategorie beeinflusst dabei die Form-8949-Checkbox:
- Basis an IRS gemeldet: entsprechende Covered-Security-Kategorie verwenden,
- Erlös gemeldet, Basis nicht an IRS gemeldet: Noncovered-Kategorie verwenden,
- kein 1099-DA/1099-B erhalten: nicht gemeldete Kategorie verwenden.
Der konkrete Buchstabe hängt zusätzlich von Short-Term oder Long-Term ab. Ein Report darf daher nicht pauschal alle Verkäufe in dieselbe Box legen. Das Auswahlfeld „keine 1099-DA erhalten“ betrifft Spot-/Digital-Asset-Veräußerungen, nicht automatisch die steuerliche Vertragsklassifikation eines Futures oder Perpetuals.
Weicht die eigene Berechnung vom Broker ab, werden auf Form 8949 gegebenenfalls Adjustment Code und Adjustment Amount verwendet. Gründe können nachgewiesene Basis, Gebühren, Wash-sale-Informationen, falsches Datum oder eine andere rechtlich zulässige Behandlung sein. Der Form-8949-Leitfaden erläutert die Übertragung in Short- und Long-Term-Abschnitte.
Betrifft Form 1099-DA automatisch europäische Nutzer?
Ein Konto bei einer US-Börse, ein US-Bankkonto oder eine Kreditkarte macht eine Person nicht allein zur US-Steuerperson. US-Bürger, Green-Card-Inhaber und Personen, die nach dem Substantial Presence Test als resident alien gelten, können unabhängig vom Wohnort US-Erklärungspflichten haben. Nicht in den USA steueransässige Personen dokumentieren ihren ausländischen Status gegenüber einem Broker typischerweise mit Form W-8BEN beziehungsweise bei Rechtsträgern mit dem passenden W-8-Formular.
Wer irrtümlich eine 1099-DA erhält, sollte den Brokerstatus und die hinterlegten Steuerformulare prüfen und beim Broker eine Korrektur verlangen. Das Formular allein beweist weder US-Steueransässigkeit noch eine Steuerpflicht im Heimatland.
1099-DA wird an den IRS gemeldet. Es wird nicht automatisch „über DAC8“ an jedes europäische Finanzamt weitergereicht. DAC8/KStTG und amerikanische Informationsmeldungen sind unterschiedliche Systeme; mögliche internationale Amtshilfe oder FATCA-Verfahren müssen getrennt beurteilt werden.
Was tun bei einer falschen Form 1099-DA?
- Asset, Menge, Erlös, Datum, Covered-Status und Basis mit dem Brokerexport vergleichen.
- Order IDs, Wallet-Transfers und ursprüngliche Anschaffungsbelege sichern.
- Den Broker mit konkreter Abweichung um ein korrigiertes Formular bitten.
- Die Steuererklärung nicht dadurch verfälschen, dass ein bekannter Fehler ungeprüft übernommen wird.
- Bei abweichender eigener Meldung die Form-8949-Anpassung und Belege nachvollziehbar dokumentieren.
Der IRS empfiehlt Empfängern, bei unerwarteten oder falschen Formularen zunächst den ausstellenden Broker zu kontaktieren. Wurde das Formular einem falschen Steuerpflichtigen zugeordnet oder enthält es eine erhebliche Abweichung, ist professionelle US-Steuerberatung sinnvoll.
1099-DA-Checkliste für den Steuerreport
- Alle 1099-DA-Formulare und Substitute Statements einsammeln.
- Transaktionsjahr, Broker und Konto eindeutig zuordnen.
- Bruttoerlöse gegen vollständige CSV/API-Daten abstimmen.
- Basis aus allen Börsen und Wallets rekonstruieren; leere Felder nicht als null bestätigen.
- Short-Term und Long-Term anhand der tatsächlichen Lots trennen.
- Covered, Noncovered und nicht gemeldete Verkäufe separat summieren.
- Income-Events und Derivate außerhalb der Spot-1099-DA-Logik prüfen.
- Form 8949, Schedule D und Broker-Summen vor Abgabe abstimmen.
Der Kraken-Steuerformular-Guide zeigt dasselbe Vorgehen aus Sicht eines konkreten Brokers.
Häufige Fragen zu Form 1099-DA
Meldet Form 1099-DA den Gewinn oder nur den Erlös?
Für 2025 stand der Bruttoerlös im Mittelpunkt; die Basis fehlt meist. Ab 2026 wird die Basis für Covered Securities verpflichtend. Erst Erlös minus zutreffende Basis und Anpassungen ergibt den steuerlichen Gewinn oder Verlust.
Wann kam die erste Form 1099-DA?
Sie betraf meldepflichtige Veräußerungen des Jahres 2025 und wurde Empfängern erstmals Anfang 2026 bereitgestellt.
Ist eine leere Kostenbasis gleich null?
Nein. Sie kann bedeuten, dass der Broker die Basis nicht melden musste oder nicht kannte. Der Steuerpflichtige muss seine tatsächliche Basis belegen.
Enthält 1099-DA Staking und Mining?
Nicht als allgemeines Einkommenssammelformular. 1099-DA betrifft Brokererlöse aus Veräußerungen; Rewards oder andere Zahlungen können gesondert zu erklären und gegebenenfalls auf anderen Informationsformularen zu finden sein.
Bekomme ich bei einer ausländischen Börse Form 1099-DA?
Nicht zwingend. Die 2025er Pflicht galt grundsätzlich für US-Broker. US-Steuerpflichtige müssen Vorgänge bei ausländischen Brokern trotzdem erklären.
Macht ein US-Börsenkonto mich zur US-Steuerperson?
Nein. Staatsangehörigkeit, Green Card und steuerliche Ansässigkeitsregeln sind entscheidend, nicht allein der Sitz der Börse oder ein US-Zahlungsmittel.
Kann ich Form 1099-DA direkt in Schedule D übertragen?
Die einzelnen Capital-asset-Veräußerungen werden regelmäßig zuerst nach Meldekategorie und Haltedauer in Form 8949 abgestimmt; Schedule D übernimmt die Summen. Ausnahmen hängen von den Form-8949-Anweisungen ab.
Amtliche IRS-Quellen
- IRS: Understanding your Form 1099-DA
- IRS: Instructions for Form 1099-DA (2026)
- IRS: About Form 1099-DA
- IRS: Digital-asset reminders for 2025 returns
- IRS: Instructions for Form 8949
- IRS: Instructions for Form W-8BEN
Quellenstand: 1. September 2026. Der Beitrag ist eine allgemeine Erklärung und keine individuelle US-Steuerberatung.
Weiterführende Seiten
Steuerbericht automatisch erstellen
Importiere deine Transaktionen, prüfe die Ergebnisse und erstelle einen detaillierten PDF-Bericht mit einem Prüfpfad auf Transaktionsebene.
Jetzt kostenlos starten →Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zur allgemeinen Information und stellt keine Steuerberatung dar. Für individuelle Steuerberatung wende dich an einen zugelassenen Steuerberater.