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Krypto-Steuern in Luxemburg: Sechsmonatsfrist, Durchschnittsmethode und Gewerbe

Veröffentlicht am 1. Juni 2025 ·Aktualisiert am 1. September 2026 · CoinTaxReporting · 6 Min. Lesezeit

Luxemburg verfügt mit der ACD-Rundverfügung L.I.R. Nr. 14/5–99/3–99bis/3 über eine ausdrückliche Verwaltungsanweisung für virtuelle Währungen. Für private Kryptowerte sind insbesondere die Sechsmonatsfrist, die 500-Euro-Grenze und die Bewertungsmethode relevant. Krypto-zu-Krypto-Tausch und das Bezahlen von Waren gelten als entgeltliche Veräußerung. Bei nicht möglicher Einzelidentifikation verlangt die Anweisung den gewichteten Durchschnittspreis und schließt FIFO sowie LIFO aus.

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Krypto-Steuern in Luxemburg 2026: Sechsmonatsfrist, 500-Euro-Grenze, gewichteter Durchschnitt, Krypto-Tausch, Mining, Gewerbe und Modell 100.

Kurzantwort: Wie werden private Krypto-Gewinne besteuert?

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Virtuelle Währungen wie Bitcoin gelten nach der luxemburgischen Steuerverwaltung ACD nicht als gesetzliche Währung, sondern als immaterielle Wirtschaftsgüter. Ohne Gewerbebetrieb werden Veräußerungsgewinne als sonstige Nettoeinkünfte und bei einer Haltedauer von höchstens sechs Monaten als Spekulationsgewinn nach Artikel 99bis L.I.R. geprüft.

Die amtliche Rundverfügung behandelt nicht nur den Verkauf gegen Euro als Veräußerung. Auch der Tausch eines Kryptowerts gegen einen anderen Kryptowert sowie das Bezahlen einer Ware oder Dienstleistung gilt als entgeltliche Veräußerung des hingegebenen Coins und als Anschaffung des erhaltenen Vermögenswerts.

Wichtig: Die Frist beträgt höchstens sechs Monate, nicht ein Jahr. Für nicht einzeln identifizierbare Coins ist der gewichtete Durchschnitt maßgeblich; deutsches Wallet-FIFO darf nicht in den Luxemburg-Report kopiert werden.

Die Sechsmonatsfrist richtig anwenden

Liegt zwischen Anschaffung und Veräußerung höchstens eine Periode von sechs Monaten, ist der dabei erzielte Gewinn oder Verlust grundsätzlich ein Spekulationsgewinn beziehungsweise Spekulationsverlust nach Artikel 99bis L.I.R. Die Rundverfügung formuliert „ne dépasse pas une période de six mois“; exakt sechs Monate gehören damit noch in die Prüfung.

Bei einer nachweisbaren Haltedauer von mehr als sechs Monaten fällt der private Vorgang nach dieser Krypto-Anweisung nicht mehr in die Spekulationsgewinnberechnung. Das setzt eine lückenlose Zuordnung voraus. Kann der Steuerpflichtige nicht belegen, wann die veräußerten Einheiten angeschafft oder geschaffen wurden, trägt er nach der ACD die Nachweislast für die Haltedauer.

VorgangPrivater PrüfstatusBenötigte Daten
Verkauf gegen EURSpekulation bei höchstens 6 MonatenAnschaffung, Verkauf, Kosten, Erlös
BTC gegen ETHBTC-Veräußerung plus ETH-Anschaffungbeide Marktwerte und Gebühren
Bezahlung mit KryptoVeräußerung des ZahlungsmittelsWarenwert, Coin-Kosten und Zeitpunkt
Eigenübertragkeine VeräußerungWallet-Zuordnung und Transaktions-Hash
Haltedauer über 6 Monate belegtkeine Spekulationsgewinnberechnung nach der Rundverfügungdurchgehende Erwerbs- und Bestandskette

Die Frist beginnt für neu angeschaffte Einheiten erneut. Bei einem Swap muss daher nicht nur der Gewinn des abgegebenen Coins berechnet, sondern auch das Anschaffungsdatum und der EUR-Wert des erhaltenen Coins gespeichert werden.

Die 500-Euro-Grenze ist keine Pauschale pro Coin

Die ACD erinnert daran, dass Spekulationsgewinne nicht steuerpflichtig sind, wenn der gesamte im Kalenderjahr realisierte Gewinn unter 500 Euro liegt. Die Formulierung bezieht sich auf den Gesamtgewinn des Jahres, nicht auf jeden Coin, jede Wallet oder jede Börse separat. Genau 500 Euro sind nicht „unter 500“ und dürfen deshalb nicht automatisch als befreit markiert werden.

Die Grenze darf außerdem nicht mit Umsatz oder Verkaufserlösen verwechselt werden. Maßgeblich ist der nach den Regeln ermittelte Gesamtgewinn. Gewinne und Verluste derselben Kategorie sind transaktionsbezogen zu berechnen; nicht steuerbare oder befreite Beträge werden nach der allgemeinen Guichet-Anleitung nicht in die Einkommensteuererklärung übernommen.

Ein Report sollte daher drei Werte zeigen: Brutto-Veräußerungserlöse, Anschaffungskosten einschließlich zuordenbarer Kosten und den saldierten Spekulationsgewinn. Nur so lässt sich prüfen, ob die Jahresgrenze tatsächlich greift.

Gewichteter Durchschnitt statt FIFO oder LIFO

Luxemburg weicht an dieser Stelle deutlich von vielen Standardreports ab. Ist die individuelle Identifikation der veräußerten Einheiten nach den Umständen schwierig oder unmöglich, verlangt die Rundverfügung den gewichteten Durchschnittspreis. Die Methoden „First in, first out“ und „Last in, first out“ werden ausdrücklich ausgeschlossen.

Der gewichtete Durchschnitt wird nach der vorhandenen Poolmenge fortgeführt:

Durchschnittskosten je Einheit = gesamte fortgeführte Anschaffungskosten ÷ vorhandene Einheiten.

Nach einem Kauf erhöhen Menge und Kosten den Pool; der neue Durchschnitt wird berechnet. Beim Verkauf werden die veräußerten Einheiten mit diesem Durchschnitt ausgebucht. Gebühren müssen sachgerecht dem Kauf, Verkauf oder sonstigen Vorgang zugeordnet werden.

Eine individuelle Identifikation bleibt vorrangig möglich, wenn sie tatsächlich belastbar ist. Die Engine sollte daher zuerst Transaktions- und Wallet-Historie prüfen. Erst wenn die Identifikation nicht möglich ist, verwendet sie den gewichteten Durchschnitt. Ein bloßer Nutzerwunsch „FIFO“ darf die amtliche Fallback-Regel nicht überschreiben.

Im Vergleich verwendet Deutschland für private Kryptowerte eine andere Verwaltungslogik. Wer umzieht oder mehrere Länderjahre auswertet, darf die Bestandsmethode nicht rückwirkend vermischen; der Deutschland-Leitfaden erläutert die dortige Behandlung.

Bewertung in Euro und fehlende Kurse

Einnahmen und Ausgaben müssen für Steuerzwecke in Euro oder in eine von der Europäischen Zentralbank quotierte Währung umgerechnet werden. Die Rundverfügung nennt insbesondere den Tageskurs einer von der CSSF zugelassenen Handelsplattform. Bei periodengerechter Buchführung ist der Kurs im Zeitpunkt des Vorgangs maßgeblich; Einnahmen werden zum Tag der Verfügbarkeit und Ausgaben zum Tag ihrer Entstehung bewertet.

Die ACD veröffentlicht keinen universellen amtlichen Krypto-Tageskurs. Deshalb muss der Report die verwendete Plattform, den Zeitstempel, das Handelspaar und gegebenenfalls die Zwischenumrechnung offenlegen. Ist kein belastbarer Preis vorhanden, ist „nicht berechenbar“ richtig; 0,00 Euro wäre eine erfundene Bewertung.

Gewerbliche Tätigkeit, Mining und Gesellschaften

Gewinne aus Veräußerung oder Mining sind gewerbliche Einkünfte, wenn die Voraussetzungen des Artikels 14 L.I.R. erfüllt sind: eine selbstständige, auf Gewinn gerichtete, dauerhafte Teilnahme am allgemeinen Wirtschaftsleben, die weder Land- und Forstwirtschaft noch freier Beruf ist.

Die Rundverfügung nennt als Indizien unter anderem eigene Räume oder Organisation, Fremdkapital, häufig wechselnde Krypto-Bestände und Handel für Dritte. Es bleibt eine Gesamtwürdigung. Viele technische Importzeilen allein beweisen keine gewerbliche Tätigkeit, weil eine einzige Derivateposition aus Open-, Close-, Fee-, Funding- und Snapshot-Zeilen bestehen kann.

Mining erfüllt die Bedingungen nach Ansicht der ACD regelmäßig, ist aber ebenfalls am Einzelfall zu prüfen. Fehlen die Voraussetzungen eines Gewerbebetriebs, kann Mining sonstige Einkünfte nach Artikel 99 Nummer 3 L.I.R. erzeugen. Betriebliche Stromkosten, Plattformgebühren und Abschreibungen sind nur abzugsfähig, soweit sie ausschließlich durch den Betrieb veranlasst und nachgewiesen sind.

Staking, Liquidity Pools und moderne DeFi-Protokolle werden in der Rundverfügung von 2018 nicht ausdrücklich abschließend geregelt. Ihre Erträge dürfen daher nicht pauschal als Mining oder steuerfreier langfristiger Kursgewinn etikettiert werden. Zu prüfen sind Leistung, Anspruch, Zufluss, betriebliche Organisation und die Rechte des erhaltenen Tokens.

Bei Körperschaften gelten die Einkünfte der erfassten Gesellschaftsformen kraft Gesetzes als gewerblicher Gewinn. Die Vermögensteuer ist für natürliche Personen seit 2006 abgeschafft, kann aber für steuerpflichtige Körperschaften relevant sein. Das ist ein zentraler Unterschied zur Schweiz, wo natürliche Personen Kryptobestände kantonal als Vermögen deklarieren.

Modell 100, Frist und erforderliche Anlagen

Die Einkommensteuererklärung 2025 wird 2026 über das Modell 100 beziehungsweise den elektronischen MyGuichet-Prozess eingereicht. Die ACD nennt für die Erklärung des Steuerjahres 2025 den 31. Dezember 2026 als Abgabefrist. Steuerpflichtige Spekulationsgewinne gehören in den Bereich „revenus nets divers“; gewerbliche Ergebnisse werden als „bénéfice commercial“ getrennt behandelt.

Ein technischer Krypto-Report sollte mindestens enthalten:

  1. vollständige Börsen- und Wallet-Bestände einschließlich Anfangsbestand;
  2. Erwerbs- oder Erstellungsdatum, Kosten und Gebühren je Einheit beziehungsweise Pool;
  3. Veräußerungsdatum und EUR-Gegenwert bei Verkauf, Swap oder Zahlung;
  4. nachvollziehbare Sechsmonatsprüfung;
  5. Einzelidentifikation oder dokumentierten gewichteten Durchschnitt;
  6. Trennung privater Spekulation, langfristiger privater Vorgänge, Mining, Staking, Gewerbe und Derivate;
  7. Hinweis „nicht berechenbar“ bei fehlender Bewertung statt Nullbasis;
  8. CSV-Dateien, Wallet-Hashes, Kursquellen und Rechenblatt als Belege.

Für grenzüberschreitende Nutzer sind Wohnsitz und Steuerperiode gesondert zu prüfen. Die französische und belgische Behandlung darf nicht aus Bequemlichkeit auf Luxemburg übertragen werden.

Häufige Fragen

Ist Krypto nach sechs Monaten in Luxemburg steuerfrei?

Bei privater Vermögensverwaltung fällt eine nachweislich länger als sechs Monate gehaltene virtuelle Währung nach der ACD-Krypto-Rundverfügung nicht in die Spekulationsgewinnberechnung. Gewerbe, Mining, Rewards oder besondere Token-Rechte sind getrennt zu prüfen.

Ist ein Krypto-zu-Krypto-Tausch steuerneutral?

Nein. Die ACD behandelt ihn als entgeltliche Veräußerung des abgegebenen Coins und Anschaffung des erhaltenen Coins.

Gilt FIFO in Luxemburg?

Nicht als Fallback bei nicht möglicher Einzelidentifikation. Dann verlangt die Rundverfügung den gewichteten Durchschnitt und schließt FIFO sowie LIFO ausdrücklich aus.

Sind 500 Euro Gewinn immer steuerfrei?

Spekulationsgewinne sind nicht steuerpflichtig, wenn der Gesamtgewinn des Kalenderjahres unter 500 Euro liegt. Es handelt sich nicht um 500 Euro je Coin oder Börse.

Gibt es für Privatpersonen eine Krypto-Vermögensteuer?

Nein. Luxemburg hat die Vermögensteuer für natürliche Personen mit Wirkung ab 2006 abgeschafft. Für bestimmte Körperschaften bleibt die Vermögensteuer relevant.

Amtliche Quellen

Amtlicher Quellenstand: 1. September 2026. Die Krypto-Rundverfügung stammt aus 2018, ist aber weiterhin die veröffentlichte spezifische ACD-Grundlage; moderne DeFi-Sachverhalte bleiben einzelfallabhängig.

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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zur allgemeinen Information und stellt keine Steuerberatung dar. Für individuelle Steuerberatung wende dich an einen zugelassenen Steuerberater.

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